Vortrag „(Cyber-)Mobbing – was tun?“

Tipps für Eltern zur Vorbeugung und angemessenem Verhalten

Der Vortrag im April 2017 vermittelte den Eltern aller Pater-Rupert-Mayer Schulen einen Überblick über die Erkennungsmerkmale von (Cyber-)Mobbing und zeigte die Problematik typischer Verhaltensmuster auf. Darauf aufbauend gab der Referent Sascha Schmidt Empfehlungen zur Prävention und zu geeignetem Vorgehen, wenn das eigene Kind als Täter, Opfer oder Mitläufer involviert ist.  

 

Zusammenfassung

„(Cyber-)Mobbing –  was tun?“
Tipps für Eltern zur Vorbeugung und angemessenem Verhalten

Oft stehen am Anfang harmlose Hänseleien vor allem gegen Kinder, die nicht gut in eine Gruppe integriert sind oder sich von den Übrigen unterscheiden. Gibt es keinen Widerspruch aus der Gruppe und fühlen sich die Urheber in ihrer Position gestärkt, können die Hänseleien zunehmen und sich zum Mobbing steigern.

Von Mobbing spricht man, wenn die Angriffe gezielt und über einen längeren Zeitraum stattfinden, wenn ein Einzelner ausgegrenzt wird und sich eine Gruppe gegen ihn stellt. (Cyber-)Mobbing ist besonders schwerwiegend, weil bedingt durch die ständige Erreichbarkeit über Social Media, die Angriffe auch nach dem Ende des Schultags nicht aufhören. Hinzu kommt die mögliche Verbreitung der Inhalte im Internet. Dabei können die Täter unter Umständen sogar im Verborgenen bleiben. Weil die Reaktionen des Opfers nicht unmittelbar sichtbar sind, entwickelt sich kein Mitgefühl.

Zu Vorbeugung von (Cyber-)Mobbing kann die Erziehung – sowohl die elterliche wie auch die schulische – viel beitragen. Wertvolle Eigenschaften zum Schutz gegen Mobbing sind beispielsweise ein gesundes Selbstwertgefühl, Integrität und Eigenverantwortung, Authentizität und Gleichwürdigkeit. Wertschätzung gegenüber anderen und Zivilcourage ersticken die schädlichen Verhaltensweisen schon im Keim.

Zu den hilfreichen Fähigkeiten, die Erziehung vermitteln kann, gehören des Weiteren die Aneignung von Medienkompetenz, hier vor allem der verantwortungsbewusste Umgang mit den eigenen Daten. In Beziehungen, egal ob in der realen Welt oder online ist eine Balance zwischen Macht und Verantwortung zu finden. Konsequentes Handeln auf technischer, juristischer und menschlicher Ebene ist nötig.

Unterstützung im konkreten Fall ist nur möglich, wenn die Mobbing-Vorgänge bekannt werden. Sie bleiben oft lange im Verborgenen. Die meisten Kinder, egal welche Rolle sie einnehmen, wissen sehr wohl, dass etwas schief läuft. Sie müssen erst den Mut finden, darüber zu sprechen. Diejenigen, die sich der Hilfe und dem Vertrauen ihrer Eltern sicher sind, teilen sich ihnen am ehesten mit.

Sobald die Eltern im Bilde sind, können sie handeln. Kindern, die gemobbt werden, helfen Einfühlungsvermögen und Unterstützung. Diese ist für jedes betroffene Kind individuell zu gestalten. Zusätzlich sind technische Maßnahmen, wie das schnelle Löschen von Daten, und gegebenenfalls juristische Schritte zu ergreifen.
Auch Kindern, die zu Tätern werden, hilft das Verständnis der Eltern. Hier kommt es darauf an, den Kindern aufzuzeigen, welche psychischen Verletzungen ihr Handeln hervorrufen kann und Verständnis für die Lage des gemobbten Kindes zu erzeugen. Nötig ist auch, mit den Tätern Verhaltensweisen zu erarbeiten, mit denen die Beziehungen zu den anderen Kindern normalisiert werden können. Unerlässlich sind zudem spürbare Konsequenzen, sind nach Schwere der Taten richten.
Kinder aus der Mitläufer-Gruppe, können ebenfalls Unterstützung von ihren Eltern erfahren, zum Beispiel dabei, Verbündete zu finden und gemeinsam mit Klassenkameraden Zivilcourage zu zeigen.

Liegt ein Verdacht auf Mobbing vor, ist es wichtig, unter Einbeziehung der Beteiligten schnell und gezielt vorzugehen. In den Pater-Rupert-Mayer Schulen stehen verschiedene Ansprechpartner zur Verfügung, für Kinder wie auch für die Eltern. Hierzu zählen (Vertrauens-)Lehrer, Erzieher, Schulpsychologen, die Schulleitung sowie die Schulseelsorger.

Ergänzend zur Zusammenfassung finden Sie hier die beim Vortrag gezeigten Folien. Hilfreiche Informationen und Links zum Thema Cybermobbing finden Sie außerdem unter http://www.klicksafe.de/eltern/.

Zusätzlich gibt es vor dem Sekretariat der Pater-Rupert-Mayer Realschule eine „Mediensäule“. Dorf finden Sie direkt vor Ort Informationsmaterial rund um das Thema Medienerziehung, teilweise zur Ansicht, teilweise auch zum Mitnehmen.

Unser Dank geht an den Referenten für den informativen und anregenden Abend, an die Teilnehmenden Eltern für Ihr Interesse und ihre Spenden sowie an die Teilnehmer der Schule für Aufbau und Hilfe bei der Organisation.

 

Bericht und Organisation: Claudia Angerer für die Elternbeiräte der Pater-Rupert-Mayer Schulen

 

Die Ausführungen des Referenten Sascha Schmidt orientieren sich an den Konzepten des dänischen Familientherapeuten Jesper Juul. Vermittelt wurde der Referent vom Münchner Bildungswerk, der größte Einrichtung der katholischen Erwachsenenbildung in Deutschland.